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Über 

 
 

ABSTRACT

Die q[lit]*clgn, gesprochen: [klɪt kəˈloʊn], ist Deutschlands erstes feministisches Literaturfestival. Die Veranstaltungsreihe findet zwischen dem 04. und 10. März, rund um den Weltfrauen*tag (08. März), in Köln, statt und beinhaltet Lesungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Parties. Im Rahmen eines abwechslungsreichen Programms, widmen sich unsere Autor*innen und Künstler*innen der intersektionalen Verflechtung unterschiedlicher Diskriminierungsformen aus postkolonial-feministischer Perspektive. 


BEDARF

Mit der q[lit]*clgn möchten wir genderqueere Autor*innen, Schwarze Frauen* und Women* of Color im deutschen Literaturbetrieb sichtbarer machen. Männer gewinnen heute im Schnitt fünf Mal häufiger hochdotierte Literaturpreise als Frauen* und auch die Jurys bestehen kumuliert nur zu 23 Prozent aus Juror*innen. Wenn doch, dann sind größtenteils Frauen* aus der weißen Mehrheitsgesellschaft repräsentiert. Kanon und Literaturgeschehen bleiben so bis heute eurozentrischen Denkmustern und Diskursen verhaftet und marginale Stimmen kommen in einem der wichtigsten kreativen Medienbetriebe kaum zur Geltung. Aktuelle politische Ereignisse, wie der Einzug der AFD in den Bundestag und Anschläge auf Asylbewerber*innenunterkünfte mit rechtsradikalem Hintergrund, sowie Debatten, welche die begrüßenswerten Gesetzesänderungen zur gleichgeschlechtlichen Eheschließung und dritten Option begleiten, machen deutlich, wie notwendig Projekte mit politischem Tiefgang heute sind. In Zeiten, in denen Strömungen erstarken, die die Demokratie offen in Frage stellen, möchten wir einen Gegenpol mit überregionaler Symbolfunktion schaffen und Menschen für Themen der Intersektionalität und Inklusion begeistern.


ZIELE

Daher möchten wir mit der q[lit]*clgn Menschen adressieren, die selber von Rassismus, Sexismus oder Homo-Feindlichkeit betroffen sind und sich sonst in der deutschen Kulturlandschaft nicht vertreten sehen. Diesen soll das Literaturfestival ein Forum für Austausch und ästhetische Auseinandersetzung bieten. Gleichzeitig wollen wir aber auch Besucher ansprechen, die sich noch nicht dezidiert mit Themen wie Postkolonialität, Intersektionalität und Feminismus auseinandergesetzt haben und bei Ihnen ein Bewusstsein für Realitätsvielfalt und Demokratie fördern. So soll das Festival eine spannende Erweiterung des gegenwärtigen Kulturbetriebs werden und Räume schaffen, in denen das Zusammenwirken verschiedener Machtverhältnisse wie Rassismus, Sexismus, Klassismus, Ableismus und Cis-Sexismus reflektiert und Kunst und Literatur anders beleuchtet werden. Wir hoffen auf diese Weise auch, über das Literaturfestival hinaus zur Vernetzung von genderqueeren Autor*innen und Kulturschaffenden und somit zu neuen Synergien im Kulturbereich beizutragen: transdisziplinär und überregional.


ANSATZ

Wir identifizieren uns mit einem postkolonialen Feminismus, der die sozio-historischen Verflechtungen zwischen den Ländern des „Nordens“ und denen des „Südens“ beleuchtet. Das bedeutet wir problematisieren Eurozentrismus und koloniale Kontinuität vieler westlicher Feminismen und sind der Meinung, dass es unmöglich ist, in einer universellen Geste alle Frauen* repräsentieren zu wollen. Stattdessen möchten wir Schwarzen Frauen* und Women* of Color die Möglichkeit geben für sich selber zu sprechen; statt über sie. Feministisches Engagement ist für uns also untrennbar mit Antikolonialismus, Antikapitalismus und Antirassismus verbunden – aber auch mit der Dekonstruktion des heteronormativen Geschlechtersystems. Beinahe überall auf der Welt, gelten Cis-Gender und Heterosexualität bis heute als die Norm. Menschen, die Geschlecht und Sexualität anders lesen und leben, werden kontinuierlich entfremdet. Unserer Ansicht nach müssen ausschließende Konventionen daher alle gleichermaßen entlang intersektionaler Linien aufgebrochen werden. 


TITEL

Die ständige Sexualisierung der Frau* manifestiert sich kontinuierlich in misogynen Sprachpraktiken. Oft geht sie einher mit einer gleichzeitigen Tabuisierung der als weiblich* gelesenen Geschlechtsorgane. Bezeichnungen der Vulva werden meist als obszön verstanden und abwertend verwendet oder gar ganz gemieden. Mit Verweis auf die Klitoris (eng. clitoris) im Titel der Veranstaltung möchten wir auf diesen Umstand aufmerksam machen und das Schweigen bezüglich weiblich* gelesener Anatomie, Physiologie und Sexualität brechen. Nicht jede Frau* aber hat eine clit und nicht jede Person mit clit identifiziert sich als Frau*. Daher haben wir uns gegen die Schreibweise des Wortes „clit” entschieden und das „c” mit einem „q”, als Verweis auf Queer-Theorie, ausgetauscht. Die Buchstaben „l“, „i“ und „t“ stehen für „lesbische*“, „inter*“ und „trans*“-Realitäten. Sie verweisen auf alle Personen, deren Lebensrealitäten außerhalb heteronormativer Systeme liegen und die sich bei LGBT*I*QA wiederfinden. Mit der Verwendung des „*” (Asterisk), wollen wir zudem auf das binäre Geschlechtersystem und unsere Kritik daran aufmerksam machen.


TEAM

Wir sind ein Kollektiv junger Literaturwissenschaftler*innen, Akademiker*innen, Aktivist*innen und medienschaffender Frauen*, die sich auf beruflicher, akademischer, politischer aber auch privater Ebene mit Fragen der Mehrfachdiskriminierung auseinandersetzen. Mehrdimensionale Diskriminierung ist damit Teil unserer ganz persönlichen Lebensrealität und eine dezidierte Auseinandersetzung mit ihr für uns überlebenswichtig. Vor kurzem haben wir den eingetragenen Verein q[lit]*clgn e.V. mit dem Ziel gegründet, kulturelle und frauen*spezifische Veranstaltungen zu organisieren und den Dialog zwischen Autor*innen, Aktivist*innen und Kulturschaffenden zu fördern. Auf diese Weise möchten wir intersektionales Engagement und postkoloniale Ansätze auch in die Kulturpolitik tragen. 

 
 

Projektleitung

 
Fatima Khan

Fatima Khan

Fatima Khan ist Gründer*in der q[lit]*clgn und zuständig für das Programm. Als Literaturwissenschaftler*in und Aktivist*in setzt sie sich mit intersektionalem Feminismus und postkolonialer Theorie auseinander. Fatima studiert Deutsche Sprache und Literatur und Antike Sprachen und Kulturen – Klassische Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln.

 

q[lit]*clgn Bildmarke by Tasnim Baghdadi

Sina zecarias

Sina Zecarias ist Mitgründer*in der q[lit]*clgn und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Als Musik-Chefredakteur*in bei Kölncampus und Literaturwissenschaftler*in setzt sie sich aus einer intersektional-feministischen und postkolonialen Positionierung heraus mit Fragen der Repräsentation in Medien und Kultur auseinander. Sina studiert Amerikanistik und Ethnologie an der Universität zu Köln.

 

Selma Lampart

SElma Lampart

Selma Lampart ist Mitgründer*in der q[lit]*clgn und im Projekt für Kooperationen, Finanzen und den Ticketverkauf zuständig. Als Kunsthistoriker*in und Aktivist*in setzt sie sich mit intersektionalem Feminismus und Kritischem Weißsein in Kunst, Kultur und Gesellschaft auseinander. Selma hat Kunstgeschichte, Politikwissenschaften und Philosophie an der Universität zu Köln studiert.

 
 

Unterstützer*innen

 

Wir danken dem Verein und allen, die an dem Projekt mitgearbeitet haben.
Mit besonderem Dank an:

Mohamed Lamrabet
Ido Hassan
Berena Yogarajah
Ifeyemi Erdmann
Pam Aryeh
Moira Cameron
Ani Ohanyan
Silke Steiml
Svenja Bender
Elisa Metz
Fabian Mohn